Wie schreibt man über etwas oder jemanden, das mehr mit Emotionen als pure Action zu tun hat? Schließlich geht man auf ein Konzert, weil man die Songs mag und/oder den Künstler sympathisch findet. Da ist es nur Logisch, dass so ein Event nur gut sein kann.

Bereits im Mai wurde ich mit Tickets überrascht. Als stark vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, ob der Tatsache, dass das Konzert sich relativ schnell und gut verkauft, wurde ich mit Rea Garveys Neon-Tour überrascht.

Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wie schnell die Zeit verging. Die Warterei bis zum 1. Oktober diesen Jahres zögerte sich eher dahin.

Anfahrt

Dabei kam mir alles am Tag selbst alles so surreal vor. Trotz Vorfreude checkte ich erst kurz vor der Abfahrt wo es langgeht.

Keine 10 Minuten Autofahrt, schon waren wir fast am Ziel, in der Ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm. Noch nicht ganz da, zeichnete sich allerdings bereits ab, dass dies kein gewöhnliches Event sein würde. Dank Autokennzeichen kamen sie quasi von überall her und dementsprechend brauchte es, bis wir endlich einen Parkplatz zugewiesen bekamen.

Auch zum Eingang hin hieß es erst einmal Schlange stehen. Überall stand die Security parat. Für viele Konzertgänger wohl nix neues, doch ich habe sowas noch nie miterlebt. Mein letztes und erstes Konzert ist schließlich schon über 20 Jahre her.

Nach dem per Mail angekündigten Sicherheits- und Körpercheck waren wir endlich im Innern des Gebäudes. Lediglich mit einem Stand mit T-Shirts in verschiedenen Variationen sowie Fankarten, Becher usw. über Rea stand da, welcher auch heiß umschwärmt war.

Vorband

Ryan Sheridan, Ronan Nolan

Bis zu unseren Plätzen hatten wir nach der Jackenabgabe noch einen kleinen Fußmarsch und Sitzplatzsuche, welche sich als nicht ganz so leicht herausstellte endlich unsere 4 Buchstaben platziert und warteten sehnsüchtig auf den Beginn der Show.

Punkt 20 Uhr wurde alles abgedunkelt und ein Beat legte los.

Ich sagte direkt zu meiner Begleitung:

Boah, geil, Freestyle

Denn besagter Beat klang wirklich nach diesem Genre, ging allerdings in einen Mega-Song über. Mit dem Rücken zu mir standen und saßen dort 2 Personen auf einer kleinen extra aufgebauten Bühne. Die Lieder kamen mir teils irgendwie bekannt vor. Die Stimme des Sängers erinnerte mich zunächst etwas an Shawn Mendes, später dann noch an die Twenty-One-Pilots. Beide im Vorprogramm? Nee, kann net sein, sind doch selbst inzwischen so groß, dass sie die Hallen selbstständig füllen.

Nach und nach stellte es sich heraus, dass es sich um den Iren Ryan Sheridan handelte, der wiederum Ronan Nolan mit dabeihatte. Sie zogen für eine halbe bis dreiviertel Stunde die gesamte Halle in ihren Bann.

Allerdings erhielten wir eine Entschuldigung, da ihr kompletter CD-Vorrat bereits von vorherigen Konzerten komplett ausverkauft sei.

Einen Tag später habe ich das Online natürlich direkt nachgeholt.

Geile Stimmen, genialer Gitarrensound, klasse Songs und dazu die Sympathische anheize der Jungs, einfach gigantisch!

Klar, live und bester Soundeinstellung wirkt alles sowieso viel besser.

Rea Garvey & Ryan Sheridan

Fließender Übergang

Irgendwann dann war Schluss und Ryan kündigte noch während seines letzten Songs Rea an.

Auf der großen Bühne übernahm er direkt und begann mit einem fließenden Übergang mit „Is It Love“. Sein vermutlich meist gesagtester Satz an diesem Abend „Are you Ready“ klingt noch heute in meinen Ohren.

Nach weiteren Songs begrüßte er uns direkt und erzählte von seinen Anfängen, die er unter anderem wohl auch bei uns in Ulm gehabt haben soll. So wie er sprach kennt er sich wohl in meiner Heimatstadt besser aus, als ich dort gebürtige. Er beschrieb die Stadt sogar als schön, fügte direkt hinterher, dass er wisse, dass wir dort lebenden das gar nicht so sehen, da hat er wohl mehr als recht gehabt.

Irgendwann dann erzählte er uns von seiner Family und deren WhatsApp-Gruppe. Mit 7 Schwestern hat er es nicht leicht, zum lachen war es trotzdem. Insbesondere als er ein Duett mit Ryan ankündigte. Denn seine Mutter verwechselte die Beiden Anfangs.

Solch Anekdoten gab es zu Hauf, aber er kam auch mit klaren Messages daher. So erfuhren wir. Dass seine Tochter ihm beim Albumtitel mithalf, aus dem ursprünglich angedachten „Schwarzlicht/Blacklight wurde dank ihr „Neon“ daraus.

Aber vor allem ging es ihm auf seiner Tour und dem Album darum Positivität in die Welt zu schicken. Immer wieder machte er einem Mut. Zum Beispiel nach jedem Hinfallen wieder aufzustehen und weiter zu machen, so habe er es selbst auch getan. Fehler machen, aufstehen weitermachen. Das Negative dieser Welt nicht zu sehr in Betrachtung ziehen.

Es gibt mehr positives und gute Menschen auf dieser Welt

Argumentierte er.

Sicher könnte man all diese Worte als dahingesagt abtun, doch für mich kam das überhaupt nicht so rüber. Ganz im Gegenteil, noch nie (ungelogen) wurden mir so Sätze aus dem Herzen kommend unter die Nase gehalten. Auch wenn ich zugeben darf, dass dieses ganze Ambiente mit Sicherheit seinen Beitrag dazu leistete.

Auf der Bühne selbst konnte man immer wieder eine Art Lightshow im Neonlicht bewundern. Angefangen vom Mikrofon über die Klamotten der Musiker bis hin zur Bühne im gesamten.

Der Abschluss des Abends wurde natürlich so richtig gefeiert. Bereits weit vor dem eigentlichen Ende stand die komplette Halle. Bei „Never give it up“ als Höhepunkt und letzter Song des Abends waren dann bestimmt auch bei den letzten die Tanzmuskeln in Wallung.

Und weg war er plötzlich!

Rea Garvey & Band

Abschluss

Inzwischen war es 23 Uhr und ich immer noch halb am rumhampeln. Denn die Schlange zum Ausgang hin war natürlich dementsprechend lang und dank Treppen langsam.

Auch kein Wunder, bereits nach den ersten Takten Ryans saß ich das gesamte Konzert nicht still auf meinem Stuhl, sondern hampelte sitzend herum.

Ein sehr gelungener Abend, der in jedem Fall wiederholt werden wird, sobald Mr. Garvey sich wieder in die Gegend wagt. Auch meine Begleitung würde nicht mehr überlegen.

Danke Rea, es war wirklich ein besonderer Abend. Deine Hoffnungen sind mehr als erfüllt, du hast uns allen wirklich eine schöne Zeit beschert.